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Virusmutante in Stuttgarter Kita

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Veröffentlicht von Jürgen Lessat in Corona-Pandemie · 8 Februar 2021
Tags: KitaCoronaVirusmutante
Während die Forderungen nach Öffnung von Schulen und Kitas vor dem Bund-Länder-Gipfel am Mittwoch lauter werden, kommt es auch in einer Stuttgarter Kita zum Corona-Ausbruch mit einer Virusmutante.

Die Landeshauptstadt Stuttgart hat die Kita eines freien Trägers vorübergehend geschlossen. Grund dafür sind fünf Corona-Infektionen von Kindern und Elternteilen sowie einer Erzieherin. In drei Fällen ist eine Ansteckung mit einer Virusvariante festgestellt worden. Es wird aktuell ermittelt, um welche Mutationen es sich handelt, und ob es Folgefälle gibt.

Die Kita ist nach Absprache mit dem Landesgesundheitsamt bis auf Weiteres geschlossen worden. Weitere Entscheidungen hängen vom Infektionsgeschehen ab, wie die Stadtverwaltung am Montag, 8. Februar, mitteilte. „Es überrascht nicht, dass derzeit auch in Stuttgart und Umgebung immer mehr Infektionen mit den Mutationen auftreten. Das Virus hat sich verändert und deshalb hat das Land auch einige Schutzmaßnahmen entsprechend angepasst. Auf dieser Basis ist die gesamte Einrichtung vorsorglich geschlossen worden", so Prof. Stefan Ehehalt, Leiter des städtischen Gesundheitsamts. Der Mediziner beobachtet die Weiterentwicklung des Virus mit Sorge. „Durch die Veränderung kann sich das Virus leichter verbreiten. Damit wird die Pandemie erneut an Fahrt aufnehmen. Es ist gut, dass wir durch die Sequenzierung der Proben mehr und mehr sagen können, wo neuartige Virusvarianten unterwegs sind. Und es ist auch gut, dass uns die eingeübten Maßnahmen – also Abstandhalten, Maske, Händehygiene und Lüften – vor einer Ansteckung schützen“, so Ehehalt weiter.

Das Gesundheitsamt hat umgehend allen Kindern, Eltern und Mitarbeitenden der Einrichtung ein neuerliches Testangebot gemacht. Ziel ist es, mögliche Folgefälle zu erkennen und die Ausbreitung zu unterbinden. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamts stehen mit den positiv getesteten Personen im engen Austausch über den Krankheitsverlauf.

Im Stadtgebiet sind bislang 22 Fälle mit mutierten Coronaviren festgestellt worden, 16 entfallen auf die britische, vier auf die südafrikanische und eine auf die dänische Variante. Eine Mutation konnte nicht zugeordnet werden. Aktuell sind in Stuttgart 596 Person infiziert und damit ansteckend. In der vergangenen Woche sind 342 neue Infektionen gemeldet worden. Dies entspricht einer 7-Tage-Inzidenz von 53,8 Fällen
je 100.000 Einwohnern. In 30 Kita-Einrichtungen sind Infektionen mit dem Coronavirus aufgetreten, üblicherweise werden nur die jeweiligen Gruppen der Notbetreuung unter Quarantäne gestellt, die ganze Einrichtung wird geschlossen, wenn mutierte Viren nachgewiesen werden.

Die Bürgermeisterin für Jugend und Bildung, Isabel Fezer sagte: "Es wird deutlich, dass auch Kitakinder nicht sicher vor einer Infektion sind und ansteckend sein können. Umso wichtiger ist es, dass Eltern die Notbetreuung in den Kitas und in den Schulen wirklich nur in Notfällen in
Anspruch nehmen.“ Die Bürgermeisterin merkte kritisch an, dass in Kitas teils über 50 Prozent der Kinder in Betreuung seien. „Diese Inanspruchnahme sehen wir mit Sorge, dieses Ausmaß höhlt den Zweck der Schließung aus."
Quelle: Landeshauptstadt Stuttgart

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